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== Benutzung
Schön, dass Sie sich für Patroneo entschieden hast. Patroneo ist ein leicht zu bedienender
"Sequencer", also ein Programm, dass digitale "Noten" an Softwareinstrumente, wie Synthesizer und
Sampler, schickt.
"Patroneo" heißt "Muster" auf Esperanto. Das kommt daher, dass man hier nicht einzelne Noten
hintereinander setzt sondern ganze Takte baut, die man dann beliebig oft an beliebigen Stellen
wiederholen - oder auslassen - kann.
== Bedienung
Im folgenden wird erklärt, wie Patroneo bedient wird.
Das Programm wird fast ausschließlich mit der Maus bedient. Sie benötigen zwingend drei Maustasten
und ein Mausrad. Meistens ist das Mausrad selbst die mittlere Maustaste, und man kann es
herunterdrücken.
Wir ermutigen Sie, viel zu experimentieren. Sehr oft ensteht gute Musik wenn Benutzer Programme
nicht nur so benutzen haben, wie es eigentlich angedacht war.
=== Schnellstart
Um die wichtigsten Funktionen und Arbeitsabläufe kennenzulernen ist dieses Video erstellt worden.
video::https://www.laborejo.org/documentation/patroneo/patroneo-quickstart-german.mp4[width=500]
Oder auf Youtube
video::mr-_d9gw0Xw[youtube, width=500]
=== Grundlagen
Patroneo organisiert seine Musik in Spuren, die Takte enthalten. Alle Takte einer Spur spielen das
selbe "Muster", dass durch eine Abfolge von "Schritten" Musik erzeugt.
Die Spur ist durch JACK mit einem Instrument verbunden, Patroneo selbst erzeugt also keine Klänge.
Drückt man Play läuft das Stück von links nach rechts durch. Immer wenn ein Takt im Formeditor
markiert ist wird das Muster gespielt.
Möchte man verschiedene Muster vom gleichen Instrument hören so erstellt man mehrere Spuren für das
gleiche Zielinstrument.
Die Auswahl der Töne pro Muster ist frei wählbar. Man kann normale Tonleitern / Skalen nehmen oder
auch beliebige Töne in belieber Reihenfolge setzen. Ändert man die Skala nachträglich, dann klingt
das Muster auch direkt anders, ohne das man Töne neu ein- und ausschalten muss.
Das Speichern und Laden ihres Projektes wird durch den New Session Manager (Agordejo) erledigt.
Dort befindet sich ein "Save" Knopf.
=== Tastatursteuerung
Patroneo kann prinzipiell mit der Maus bedient werden. Die Tastatur ist nur für wenige Funktionen
dringend nötig, etwa um Spurnamen zu ändern oder um Halbtontransposition einzustellen. Allerdings
macht die Tastatur manche Arbeitsabläufe schneller und bequemer.
.Shortcuts
* Leertaste: Start und Pause der Wiedergabe.
* L: aktuelle Taktpositionen in Schleife spielen.
* Pos1: Wiedergabe an den Anfang des Stückes setzen.
== Beschreibung der grafischen Oberfläche und ihrer Funktionen
Benutzen Sie die Suchfunktion ihres Browsers um nach den einzelnen Buchstaben wie [B] und deren
Erläuterung zu suchen.
image::overview-german.png[Screenshot mit Beschriftung, link="overview-german.png"]
Patroneo besteht aus drei Teilen: Der Werkzeugleiste, dem Form-Editor und dem Takt- oder
Mustereditor. Zwischen Form- und Mustereditor befindet sich ein *[L] Verschiebegriff*, den man mit
der linken Maustaste anklicken und bei gedrückter Taste hoch oder runter schieben kann um dem einen
oder anderen Bereich mehr Platz zu geben.
=== Werkzeugleiste
Die *[A] Werkzeugleiste* kombiniert verschiedene Befehle mit Eigenschaften des gesamten Stückes.
*[D] Klon* der ausgewählten Spur fügt eine neue Spur auf Grundlage der momentan ausgewählten hinzu.
Dies ist ein wichtiger und oft benutzer Befehl, der hauptsächlich benutzt wird um Varianten zu
ermöglichen. Die "Klonspur" ist zwar leer, erbt allerdings die Skala der Originals, seine
Durchschnittslautstärke, die Farbe sowie den Namen. Endet der Name auf einem Einzelbuchstaben wie
"A", "g" oder einer Zahl so wird diese automatisch erhöht, wie man am Bild gut sehen kann. Die neue
Spur verbindet sich darüberhinaus automatisch zum gleichen JACK-Instrument.
*[E] Neue Spur* fügt eine leere Spur hinzu. Diese bekommt einen Zufallsnamen und ist noch nicht in
JACK verbunden. Skala, Notennamen usw. werden von der momentan aktivien Spur übernommen.
*[F] BPM / Tempo*: Das Tempo kann zunächst durch setzen des Hakens komplett deaktiviert werden. In
diesem Fall übernimmt das "JACK Transport" System die Geschwindigkeit, erkennbar am Schriftzug
"JACK" im deaktivierten Eingabefeld. Somit können parallel laufende Programme komplexe
Tempoverläufe erstellen, was in Patroneo allein nicht möglich ist.
Aktiviert man den Haken so gilt das angegebene Tempo als Schläge pro Minute. Ein "Schlag" ist
hierbei der ausgewählte Notenwert der Liste ganz rechts, bei [H]. Dazu später mehr.
*[G] Takte pro Spur* regelt die Gesamtlänge des Stückes, wobei sich die absolute Sekundenzahl
ändern kann, je nachdem wie das Tempo gewählt wird und wie lang ein Takt sein soll. Reduziert man
die Taktanzahl werden keine Takte gelöscht, sondern nur ignoriert. Setzt man später die Taktzahl
wieder höher bekommt man seine alte Auswahl wieder. Patroneo stoppt niemals Playback von alleine,
insbesondere in einer JACK-Transport Umgebung läuft diese weiter, auch wenn keine Takte mehr
"übrig" sind.
*[H] Schritte pro Takt, gruppiert in je ... und jede Gruppe ergibt eine ...* Note. Hier kann
eingestellt werden wie lang die Muster sind und welche rhythmische Aufspaltung sie haben. Dies ist
der komplizierteste Teil in Patroneo und wird daher erst später in dieser Bedienungsanleitung
besprochen. Fürs erste empfiehlt es sich das "gruppiert"-Feld zu ignorieren. Schritte pro Takt ist
einfach die Anzahl an Tönen, die man ein- und ausschalten kann. Die Auswahlliste stellt ein wie
lang jeder dieser Schritte ist.
*[I] Wiedergabe* sind drei Knöpfe zur Wiedergabe. Von links nach rechts:
* Play / Pause. Drücken um die Musik abzuspielen oder an der momentanen Stelle anzuhalten. Man kann auch die Leertaste drücken.
* Schleife (Loop) ein- und ausschalten. Der momentan abgespielte Takt (in allen Spuren) wird stetig wiederholt. Diese Funktion eignet sich um an einer bestimmten Stelle zu arbeiten indem man seine Veränderungen schnell zu hören bekommt. Die Schleife wird aufgelöst wenn man erneut auf den Knopf drückt oder in der Zeitleiste herumspringt (s.u. Buchstabe Z)
* An den Anfang: Springt wieder an den Anfang, egal ob die Musik gerade läuft oder nicht.
=== Form-Editor
Im *[B] Form-Editor* erstellt man die Stuktur eines Stückes. Dazu schaltet man die Takte in jeder
Spur beliebig ein und aus. Man kann sich z.B. ein Schlagzeug vorstellen, dass drei Takte gleich
spielt und jeden vierten Takt einen "Break" macht. In Patroneo braucht man dazu zwei Spuren. Dieses
"3+1" Muster kann man auf dem Bild z.B. im dritten Abschnitt (Takt 17 bis 24) in der orangen
Bassspur sehen.
Auch ganze Teile (z.B. Strophe und Refrain) werden durch verschiedene Spuren abgedeckt. Um das
Erschaffen von verwandten Spuren so bequem wie möglich zu machen existiert der "Klon" Befehl (s.
Buchstabe D).
Es ist möglich im Bereich der Takte zu zoomen. Hierzu hält man die *STRG* Taste gedrückt und dreht
das Mausrad hoch oder runter. Bitte darauf achten, dass der Mauszeiger tatsächlich über den Takten
steht, und nicht etwa bei den Spurnamen oder auf der Zeitleiste.
*[Z] Zeitleiste*: ein Klick mit der linken Maustaste setzt die Wiedergabeposition, auch im
laufenden Betrieb. Außerdem kann man hier die Taktgruppen (nicht zu verwechseln mit Gruppierung im
Muster, s. Buchstabe H) sehen und einstellen. Hält man sich mit dem Mauszeiger im Bereich der
Zeitleiste auf kann man die Gruppen mit dem Mausrad verkleinern oder vergrößern. Die Taktgruppen
haben nicht nur organisatorische Funktion sondern werden auch als Maßeinheit benutzt, wenn man
ganze Taktbereiche löschen oder hinzufügen möchte (s. Buchstabe K).
*[J] Spurnamen*. Hier kann man Spuren verschieben, umbennen, ihnen eine andere Farbe geben und mehr:
* Ein einfacher Klick mit der linken Maustaste auf einen Namen wählt eine Spur aus, ohne etwas zu verändern. Dies ist die beste Möglichkeit um eine Spur einfach nur anzusehen. (Ein Klick auf den Taktbereich verändert sofort einen Takt!)
* Der Doppelpfeil ganz links kann benutzt werden um Spuren hoch und runter zu schieben, um sie zu organisieren. Es hat keine Auswirkung auf den Klang oder die JACK Verbindung. Zum Verschieben mit der linken Maustaste auf den Pfeil klicken, gedrückt halten und die Maus hoch und runter bewegen.
* Das farbige Quadrat zeigt die derzeitige Farbe. Ein linker Mausklick öffnet die Farbauswahl.
* Spurnamen können jederzeit geändert werden indem man einen Doppelklick mit der linken Maustaste auf sie macht. Die Enter-Taste oder ein Mausklick in einen anderen Bereich des Programmes schließen das Umbennen ab. Die JACK Verbindung bleibt beim Umbenennen erhalten. Es ist eine gute Angewohnheit Spuren auf einem Einzelbuchstaben oder eine Zahl enden zu lassen. Diese werden beim "Klonen" benutzt um eine Variante des Namens zu bilden. Siehe dazu unser Bild oben.
* Ein Klick mit der rechten Maustaste auf einen Namen öffnet das Kontextmenü einer Spur. Hier kann man
** Alle Takte ein- oder ausschalten (gilt nur für die sichtbaren Takte)
** Die sichtbaren Takte umkehren oder invertieren: Aus wird zu An und umgekehrt.
** Die Spur klonen (gleiche Funktion wie in der Werkzeugleiste)
** Die Spur endgültig und unwiederbringlich löschen
** Die Taktabfolge einer anderen Spur auf die ausgewählte projizieren. Bereits gesetzte Takte bleiben hierbei erhalten. Benutzt man diese Funktion von einer leeren Spur aus erhält man praktisch "Spur kopieren".
Nun endlich die *[K] Spur* selbst. Ein Linksklick auf einen Takt schaltet diesen ein oder wieder
aus. Mehrere Takte in Folge kann man ein- und ausschalten indem man die linke Maustaste nach dem
Klicken gedrückt hält und die Maus nach links oder rechts bewegt. Ein Rechtsklick auf einen
bestimmten Takt öffnet ein Kontextmenü: Neue Takte in allen Spuren(!) an dieser Position einfügen
oder Takte aus allen Spuren löschen. Die Anzahl der Takte ergibt sich aus der derzeitigen
Taktgruppeneinstellung aus der Zeitleiste (s. Buchstabe Z).
Diese Funktionen sind besonders nachvollziehbar wenn man sie auf den jeweils ersten Takt einer
Gruppe anwendet (nach dem weißen Strich). Man kann so neue "Teile" einfügen oder einen gesamten
Teil löschen.
Eine gute Methode ist es auch die Gruppengröße für diese Funktionen kurz zu verändern und
anschließend direkt wieder zurückzusetzen.
*[X] Halbtontransposition* wird eingstellt indem man die SHIFT Taste gedrückt hält und dann das
Mausrad über einem aktivierten Takt hoch oder runter dreht. Im Takt selbst zeigt sich ein kleiner
Schriftzug, z.B. +5h. Fünf Halbtöne aufwärts; aus C wird F, aus Midinote 60 wird 65. Die
Transposition gilt nur für den jeweiligen Takt und ist im Muster selbst (s.u.) nicht zu sehen.
Schaltet man den Takt aus (und wieder ein) ist die Transposition gelöscht.
*[Y] Skalentransposition*. Es wird empfohlen sich erst mit dem Muster und seiner Skala bzw.
Tonleiter vertraut zu machen (s. Buchstaben O bis R). Wieder da? Gut, so gehts:
Hält man den Mauszeiger über einen aktivierten Takt kann man mit dem Mausrad hoch oder runter die
Transposition, basierend auf der Skala, einstellen. Die Beschriftung zeigt an um wieviele Schritte
nach oben oder unten (-6s bis +6s) dieser Takt verschoben ist. Schaltet man den Takt aus
verschwindet auch die Transposition wieder. Im Muster selbst (s.u.) ist nicht zu sehen ob ein Takt
transponiert ist oder nicht.
Man kann sich das so vorstellen, dass die Schritte im Muster hinter den Kulissen in den Reihen hoch
oder runter geschoben werden. Welcher Ton auch immer in dieser Reihe eingestellt ist wird gespielt.
Bei einer normalen Tonleiter ist das musikalisch leicht nachvollziehbar: Die Töne werden in der
Tonleiter hoch- oder runtergeschoben.
Wenn die Skala allerdings frei eingestellt wurde ergeben sich unintuitive Möglichkeiten; "Hoch und
Runter" in Bezug auf Tonhöhen verlieren dann evtl. ihre Bedeutung. Denkbar ist, dass man zwei
verzahnte Tonleiter im Muster benutzt und durch Skalen-Transposition +1 zwischen diesen hin und
herschaltet. Oder gar völlig verschiedene Töne benutzt, so dass nur der Rhythmus gleich bleibt.
Skalen- und Halbtontransposition können kombiniert werden. Zuerst wird die Skala verändert, dann
erst der Halbton. Mit diesen Kombinationen ergeben sich viele kreative Möglichkeiten!
=== Muster-Editor
Der *[C] Muster-Editor* ermöglicht das eigentliche Komponieren. Dazu setzt man die Töne, auch
"Schritte" genannt, um einen Takt zu bilden. Das Muster ist genau so lang wie ein Takt und wird von
links nach rechts abgespielt. Man hat dabei einige Möglichkeiten zur klanglichen Gestaltung, die
nun erklärt werden.
Das Muster ist immer so lang wie man in der Werkzeugleiste (s. Buchstabe H) eingestellt hat. Es
werden niemals gesetzte Schritte gelöscht! Macht man die Takte kürzer werden Töne "zu weit rechts"
lediglich ignoriert. Sie sind wieder zu sehen sobald man die Takte wieder länger macht.
Ist das Muster größer als der Bildschirm anzuzeigen vermag kann man entweder die Scrollleisten
benutzen oder zoomen. Hierzu hält man die *STRG* Taste gedrückt und dreht das Mausrad hoch oder
runter.
Zu oberst sieht man die momentan *[M] Aktivierte Spur*, bzw. das zur Spur gehörige Muster.
Das Muster selbst ist in Reihen und Spalten angelegt. Die Reihen symbolisieren die (einstellbaren)
Tonhöhen, die Spalten zeigen deren rhythmische Abfolge und Position im Takt.
==== Kontext Menü im Muster
Ein Rechtsklick auf einen Schritt öffnet ein Kontext-Menü, das folgende exklusive Funktionen
bereitstellt. Bei allen Funktionen, die umkehren bzw. invertieren ("An" wird "Aus" und umgekehrt)
ist zu beachten, dass alle Lautstärke-Informationen (s.u.) verloren gehen.
"Reihen" bedeutet alle Schritte der gleichen Tonhöhe. Also von links nach rechts gesehen.
* Reihe umkehren (eine leere Reihe wird komplett gefüllt)
* Reihe löschen
* Reihe mit Wiederholung bis hier befüllen (s.u.)
* Alle Schritte umkehren (das gesamte Muster)
* Alle Schritte an
* Alle Schritte aus
Die Funktion "Reihe mit Widerholung bis hier befüllen" eröffnet viele kreative Möglichkeiten: Alle
Schritte vom Anfang der Reihe bis zum Ausgewählten (inkl.) werden als "Untermuster" genommen und
damit der Rest der Reihe aufgefüllt. Alle vorhandenen Schritte werden dabei, mit ihren Lautstärken,
gelöscht.
Möchte man z.B. jeden vierten Schritt eine Note aktiviert man den ersten Schritt der Reihe, lässt
dann drei frei und klickt auf den vierten Schritt als Kontextmenü und wählt die Befüllen-Funktion
aus. Die gesamte Reihe wird nun ein wiederkehrendes Muster von "X o o o X o o o..." sein.
==== Länge und Lautstärke
Ein *[S] Schritt* ist ein graues bzw. farbiges Kästchen. Grau bedeutet Pause, farbig bedeutet *[T]
Klingender Ton*. Ein klick mit der linken Maustaste schaltet die Schritte an und aus.
Alle Schritte sind grundsätzlich gleich lang. *[V] Besondere Tonlängen* sind aber auch möglich:
Hält man die linke Maustaste gedrückt, nachdem man einen Schritt aktiviert hat kann man mit einer
Bewegung nach links oder rechts den Ton verkürzen oder verlängern. Es muss mindestens die Hälfte
der Länge sein. Ein Ton ist höchstens so lang wie der Takt selbst.
Man kann soviele Schritte hintereinander oder gleichzeitig einschalten wie man möchte. Somit lassen
sich auch *[W] Akkorde* bilden.
Schritte können unterschiedliche *[U] Lautstärken* haben. Dazu benutzt Patroneo die sogenannte Midi
Velocity. Hält man den Mauszeiger über einen aktivierten Schritt kann man durch Drehung des
Mausrades diesen Ton leiser oder lauter machen. Die Lautstärken werden als Zahlen zwischen 1 und
127 angezeigt. Möchte man alle Lautstärken auf einmal sehen kann man mit dem Mausrad (mittlere
Maustaste) in den freien Bereich links oder rechts des Musters klicken. Zusätzlich sieht ein
Schritt umso durchsichtiger aus je leiser er ist. Schaltet man den Schritt an und aus wird die
Lautstärke wieder auf den Normalwert gesetzt. Dieser ergibt sich aus der Durchschnittslautstärke
aller Töne dieses Musters.
Um alle Töne eines Musters leiser oder lauter zu machen kann man die *[M] Velocity* Knöpfe
benutzen. Klickt man diese an ändert sich die Lautstärke um je 1. Hält man allerdings den
Mauszeiger über einen Knopf und dreht das Mausrad ändert sich die Velocity um je 10! Dabei ist es
egal über welchem Velocity Knopf (plus oder minus) man schwebt.
Um alle Töne einer Reihe leiser oder lauter zu machen hält man die Alt-Taste (nicht AltGR !)
gedrückt und benutzt das Mausrad auf der jeweiligen Reihe.
==== Tonhöhen, Skala und Tonleiter
Klicken Sie mit der mittleren Maustaste auf einen Schritt um den Ton zu hören, den dieser abspielt.
Hiermit können Sie schonmal "vorhören", bevor Sie sich entscheidest einen Ton zu setzen. Tipp: Halten
die mittlere Maustaste gedrückt und fahren mit der Maus über die Schritte auf und ab.
Welche tatsächliche Tonhöhe abgespielt wird ("Midi Key") entscheidet die *[R] Skala*, teilweise
auch Tonleiter genannt. Patroneo arbeitet immer mit Achtstufigen Skalen. Im Normallfall handelt es
sich hierbei tatsächlich um eine Tonleiter: Sieben verschiedene Töne und oben drauf der oktavierte
Grundton.
Solche normalen *[Q] Tonleitern* kann man direkt auswählen. So z.B. etwa Dur, Moll, verschiedene
sogenannte "Kirchentonleitern", aber auch die Blues Töne oder chromatische Reihen (z.B. um
Schlagzeug-Software anzusteuern).
Wählt man aus der Liste eine Tonleiter aus so wird diese auf der untersten Reihe gebildet. In der
Regel ist dies auch der tiefste Ton. Auf unserem Bild ist dies Ton 60 / C4, links unten. Man muss
also zuerst den Grundton direkt auswählen und anschließend eine *[Q] Tonleiter* auswählen.
Um sowohl den Grundton als auch die gesamte Skala nachträglch in ihrer Tonhöhe zu verändern gibt es
vier Knöpfe:
* *[O] Halbton* Plus oder Minus verschiebt die ganze Skala nach oben oder unten um je einen Halbton. Dies ist nicht zu verwechseln mit der nur zeitweisen Transposition aus dem Spureditor (s. Buchstabe X). Man spricht hier auch von destruktiver Veränderung, da man die Werte selbst dauerhaft ändert.
* *[P] Oktave* Plus oder Minus verschiebt direkt um eine ganze Oktave. Man könnte auch 12 mal auf den Halbtonknopf drücken. Kann man aber auch lassen.
Wie in der Skalentransposition (s. Buchstabe Y) bereits beschrieben ist es aber auch möglich selbst
jeden beliebigen Wert zwischen 0 und 127 in die *[R] Felder der Skala* einzutragen. Die Töne müssen
weder musikalisch sinnvolle Abstände haben, noch müssen sie aufsteigend oder absteigend sortiert
sein.
==== Schatten
Oft möchte man zu einer existierenden Spur noch weitere Töne in einem anderen Muster setzen. Eine
zweite Stimme, Frage/Antwort-Technik etc. Als Hilfe gibt es die Möglichkeit sich andere Spuren als
*[2] Schatten* anzeigen zu lassen. Dazu einfach mit der mittleren Maustaste auf die Spur klicken,
die man sehen möchte. Das geht nur im Taktbereich, nicht auf den Spurnamen oder auf der
Zeitleiste.
Sie können so viele Schatten anzeigen, bist Sie die Übersicht verlieren. Alle Schatten verschwinden
sobald die ausgewählte Spur wechselt.
Schatten sind nur eine Hilfestellung und nicht wörtlich für die Tonhöhe zu nehmen: Sucht man sich
einen Track als Schatten aus, der eine andere Skala hat (was auch Transposition mit einschließt),
dann werden falsche Töne angezeigt. Schatten sind tatsächlich sehr simpel: Sie zeigen keine
Tonhöhen sondern nur die markierten Kästchen an, egal was diese als Töne bedeuten.
=== Gruppierung im Muster
Die Gruppierung gehört zur Taktart.
Wie bereits oben beschrieben stellt *Schritte pro Takt* die Länge des Musters ein. Patroneo startet
mit 8 Schritten pro Takt bei einem neuen Projekt (s. Bild). Ganz rechts ist eine Auswahlliste, die
bei einem neuen Projekt auf "Viertel" steht. Man startet also mit einem traditionellen 8/4 Takt.
Durch das Feld *gruppiert in je* kann man nun die Schritte in Gruppen zusammenfassen, wobei jede
Gruppe so lang ist wie in der Auswahlliste angegeben. Damit kann man seine Taktart weiter
unterteilen. Der "Beat", also das Tempo, orientiert sich dabei an den Hauptschlägen, der jeweils
erste Schritt einer Gruppe.
.Beispiele
* Ein 4/4 Takt mit Achtelnoten als kleinste Rhythmuseinheit
** 8 Schritte pro Takt / Gruppiert in je 2 / Jede Gruppe eine Viertel
* Ein 4/4 mit Triolen als kleinste Rhythmuseinheit ("Swing")
** 9 Schritte / Gruppiert zu 3 / Gruppe ergibt Viertel
* Ein 12/8 Takt
** 12 Schritte / Gruppiert zu 1 / Gruppe ergibt Achtel
* Ein 8/4 Takt mit Sechzehntelnoten
** 32 Schritte / Gruppiert zu 4 / Gruppe ergibt Viertel
Normalesweise stellt man die Taktart relativ am Anfang eines neuen Kompositionsprozesses ein. Es
kommt jedoch immer mal wieder vor, dass man kleinere Rhythmuswerte braucht, als man anfangs dachte.
Wenn man einfach den Wert der Gruppierung erhöht erhält man zwar mehr Unterteilungen, die Anzahl
der Schritte bleibt jedoch gleich. Ebenso bleiben die Noten genau in der "Spalte" stehen, in der
sie vorher standen. In anderen Worten: die Musik wird anders klingen. Insgesamt wird auch der Takt
kürzer, da die gleiche Anzahl von Schritten nun auf kürzere Schritte verteilt wird.
Patroneo bietet deswegen die Funktion *Gruppierung Umwandeln* (im Bearbeiten Menü), um die
bestehende Taktstruktur zu verändern und bereits gesetzte Schritte so zu skalieren, dass die Musik
gleich klingt.
Klickt man auf den Knopf in der Werkzeugleiste öffnet sich ein kleines Dialogfenster, in dem man
die gewünschte Gruppierung eingeben kann. Außerdem ist es möglich einzustellen, was passieren soll,
wenn das Umwandeln aus musikalischen Gründen nicht komplett funktionieren würde (s.u.).
Oft ist ein Umwandeln problemlos möglich:
* Wird die Gruppierung von `1` auf einen höheren Wert gesetzt funktioniert es immer
* Wird die Gruppierung von `2` auf `4` gesetzt funktioniert es immer
Bei allen anderen Umgruppierungen kommt es darauf an, ob die vorhandenen Töne nach dem Umwandeln
zwischen dem neuen Raster liegen oder nicht. Der erstere Fall ist nicht möglich und Sie müssen sich
entscheiden:
.Reaktion auf Fehler. Falls unmöglich:
* Nichts machen (Voreinstellung)
** Der Vorgang wird abgebrochen, alles bleibt wie vorher.
* Falsche Schritte löschen
** Alles was zwischen dem Raster herauskommen würde wird gelöscht bzw. verworfen.
* Falsche Schritte mit einbinden
** Unmögliche Positionen werden auf die nächstmögliche Position geschoben. Dies führt in jedem Fall dazu, dass die Musik nun anders klingt. Meist werden dadurch mehrere Noten übereinander geschoben und bilden Akkorde.
Mit ein wenig Erfahrung wird man abschätzen können, was man braucht.